Am 17. März 2026 fand im Bundeshaus das reguläre Ukraine Forum: Priorities & Policy statt, das Vertreterinnen und Vertreter des schweizerischen und ukrainischen Parlaments, des diplomatischen Korps, der Expertengemeinschaft sowie der aktiven ukrainischen Gemeinschaft zusammenbrachte.
Eröffnungsreden hielten die Erste Vizepräsidentin des Nationalrates, Katja Christ, sowie die Botschafterin der Ukraine in der Schweiz, Iryna Venediktova. Das Forum wurde zudem von einem musikalischen Auftritt der ukrainischen Banduristin Yuliia Shevchenko begleitet.
Im Rahmen der Botschafter-Panels fand eine inhaltlich vertiefte Diskussion zu zentralen politischen Prioritäten statt, darunter die Schaffung eines Sondertribunals für das Verbrechen der Aggression, die weitere Unterstützung der Ukraine sowie Wege zu einem gerechten Frieden.
Eine besonders eindrückliche und wichtige Diskussion widmete sich den Themen Rückführung von Kriegsgefangenen, humanitäre Minenräumung sowie der Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und der Schweiz.
Im Mittelpunkt standen persönliche Zeugnisse und reale Kriegserfahrungen. So berichtete Hennadii Kharchenko, ein ehemaliger Kriegsgefangener, über seine Gefangenschaft und machte eindrücklich auf die humanitäre Dimension des Krieges sowie die Notwendigkeit internationaler Bemühungen zur Freilassung aller Gefangenen aufmerksam.
Ein weiterer Teilnehmer, Nestor Barchuk, Vertreter der Strategischen Kommunikation der Nationalgarde der Ukraine, stellte die ukrainische Perspektive auf den modernen Krieg vor, insbesondere in seinen informationspolitischen und humanitären Dimensionen, und skizzierte die aktuellen Herausforderungen für die Ukraine.
Auch internationale Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertreter der ukrainischen und schweizerischen Parlamente beteiligten sich an der Diskussion und ermöglichten einen Austausch über konkrete Kooperationsbereiche, insbesondere im Bereich der humanitären Minenräumung.
Im Rahmen des Forums wurde zudem die Fotoausstellung des Projekts «Leben, um zu erinnern» (Dieter Zürcher, Nataliia Kulai) präsentiert, die anhand persönlicher Geschichten von Ukrainerinnen und Ukrainern den Schmerz des Verlustes, die Kraft der Würde und die Bedeutung der Erinnerung sichtbar macht. Die Fotografien, die nach einem direkten Aufenthalt des Autors unter Binnenvertriebenen in der Ukraine entstanden sind, dienten als eindrückliche Erinnerung an den Preis der Freiheit und die Bedeutung internationaler Solidarität mit der Ukraine.
Das Ukraine-Forum im Schweizer Bundesparlament ist eine etablierte Dialogplattform, die zweimal jährlich während der Frühjahrs- und Herbstsessionen stattfindet. Es wurde nach Beginn der russischen Aggression gegen die Ukraine im Jahr 2014 ins Leben gerufen und bleibt ein wichtiges Instrument zur Vermittlung der Wahrheit über den Krieg, zur Mobilisierung politischer Unterstützung und zur Stärkung der ukrainisch-schweizerischen Partnerschaft.