Am 10. Dezember hielt die Botschafterin der Ukraine, Iryna Venediktova, eine Vorlesung im Rahmen des Kurses „International Criminal Law“ bei HSG SQUARE St. Gallen.
Die Botschafterin konzentrierte sich auf eines der schwierigsten und schmerzhaftesten Themen – die Untersuchung von Kriegsverbrechen.
Im Mittelpunkt standen dabei folgende Fragen:
- wie die ersten Ermittlungen zu Kriegsverbrechen unmittelbar nach dem 24. Februar 2022 organisiert wurden;
- welche Zusammenarbeit mit internationalen Partnern aufgebaut werden konnte;
- welche rechtlichen und technischen Instrumente von Grund auf neu geschaffen wurden – Instrumente, die zuvor weder im ukrainischen noch im internationalen Recht existierten.
Besonders eindrücklich war ein Zitat, das zum Nachdenken anregt:
„Das Völkerrecht ist ein System, das für eine Welt entworfen wurde, die nicht mehr existiert.“
Zum Abschluss stellte sie eine rhetorische Frage, die niemanden unberührt lässt:
„Was sollen wir tun, wenn der schnellste Weg zum Frieden ungerecht ist, während der Weg zur Gerechtigkeit keinen schnellen Frieden verspricht?“
Es war eine tiefgehende und ehrliche Analyse der realen Herausforderungen, mit denen die Ukraine heute konfrontiert ist.
Wir danken Prof. Leena Grover herzlich für das gehaltvolle Gespräch und ihre klare, prinzipientreue Haltung.