Am 13. August fand beim 79. Locarno Film Festival die Premiere des Films „Demony“ der ukrainischen Regisseurin Natalija Vorozhbit statt.
Der Film ist eine ukrainisch-polnische Koproduktion, die von Arthouse Traffic und Kristi Films produziert wurde. Der 1 Stunde und 45 Minuten lange Film erzählt die Geschichte des Obdachlosen Slavik aus Russland, der in die Gogol’schen Gegenden in der Nähe von Sorochyntsi gerät. Dort lernt er Ninka kennen, die sich bereit erklärt, ihn über den Winter bei sich aufzunehmen. Doch schon bald muss sich Slavik mit den mystischen Besonderheiten des Dorfes und der geheimnisvollen Persönlichkeit seiner Gastgeberin auseinandersetzen.
Das Besondere an dem Film ist, dass seine Geschichte auf realen Begebenheiten basiert. Natalka Vorozhbit begann bereits im fernen Jahr 2005, dieses Drehbuch für das Theater zu schreiben. Damals war diese Geschichte in erster Linie eine Satire.
Nach dem Ausbruch des Krieges im Donbass nahm die Geschichte der Interaktion zwischen Ukrainern und Russen einen dramatischen Charakter an. Im Jahr 2022, als die Entscheidung zur Verfilmung getroffen wurde und gleichzeitig die groß angelegte Invasion Russlands in die Ukraine begann, entwickelte sich diese Geschichte endgültig zu einer Tragödie.
„Dämonen“ handelt von Dingen, die alltäglich und vertraut erscheinen mögen, gleichzeitig aber zu einem schmerzhaften Auslöser für die ukrainische Gesellschaft werden. Der Film regt zum Nachdenken darüber an, wie die historischen und kulturellen Erfahrungen Russlands in unseren Alltag eingedrungen sind – und warum es heute so wichtig ist, sich davon zu befreien.
Im Anschluss an die Vorführung fand eine Fragerunde mit der Regisseurin Natalja Worozhbit statt, in der sie ausführlich auf Fragen einging.