Drei Werke — Homo narrans der ukrainischen Komponistin Oleksandra Katsalap, Toccata di durezze e ligature von Daniel Glaus und I Resistenti von Francesco Hoch — vermittelten mit Chor, Orgel, Solistinnen und Solisten sowie einer Videoinstallation, was sich oft nicht in Worte fassen lässt. In unterschiedlichen künstlerischen Formen erhielt das Publikum einen Einblick in das Leben der Menschen in der Ukraine: unter ständigem Beschuss, im Angesicht der täglichen Gefahr, von Ungewissheit und Verlust geprägt und zugleich getragen von einer ungebrochenen Hoffnung.
Ein Vertreter der Botschaft der Ukraine in der Schweiz richtete ein Grusswort an das Publikum und dankte allen Beteiligten an diesem Projekt sowie den Komponisten und Interpretinnen und Interpreten für ihre Solidarität mit der Ukraine und dafür, dass sie die Wahrheit über die ukrainische Kriegserfahrung durch die Sprache der Musik an das Schweizer Publikum vermitteln.
Im Anschluss an das Konzert fand eine Podiumsdiskussion mit den Komponisten statt. Dabei erzählten sie von der Entstehung ihrer Werke und erläuterten die Gedanken und Bedeutungen, die hinter der Musik stehen.
Besonders eindrücklich waren die Worte der ukrainischen Komponistin Oleksandra Katsalap:
„If I have an identity, I don’t need a personality.“
Sie erklärte diesen Gedanken mit den Worten: «Ich habe eine Identität. Sie ist: Ich bin Komponistin, eine ukrainische Komponistin. Eine Persönlichkeit brauche ich nicht.»
Ihre Worte wurden zu einer der tiefsten Botschaften des Abends — über die Kraft der ukrainischen Identität, die auch dann unverändert bleibt, wenn der Krieg versucht, dem Menschen seine Stimme zu nehmen.