Am 27. November 2025 fand in der Evangelischen Kirche Liechtensteins in Vaduz die erste offizielle Gedenkzeremonie des Fürstentums zum Gedenken an die Opfer des Holodomors von 1932–1933 – des Völkermords am ukrainischen Volk – statt.
Die Veranstaltung wurde von der Botschaft der Ukraine in der Schweizerischen Eidgenossenschaft und im Fürstentum Liechtenstein gemeinsam mit der Ukrainischen Gesellschaft in der Schweiz unter der Leitung des Honorarkonsuls der Ukraine Andrej Lushnytsky sowie mit Unterstützung des Honorarkonsuls der Ukraine in Liechtenstein, David Jandrasits, organisiert.
Zu Beginn der Zeremonie richteten folgende Personen ihre Grussworte an die Teilnehmenden:
• David Jandrasits, Honorarkonsul der Ukraine in Liechtenstein,
• Andrej Lushnytsky, Honorarkonsul der Ukraine in der Schweiz und Präsident der Ukrainischen Gesellschaft in der Schweiz,
• Samvel Arustamian, Botschaftsrat und stellvertretender Missionsleiter.
Eine besondere geistige Atmosphäre schuf Pastorin Barbara Wedam, die ein Gebet für die unschuldig während des Holodomors ermordeten Menschen sprach.
Die historische Analyse der Tragödie präsentierte Professor Nicolas Hayoz, einer der führenden Ukraine-Forscher im deutschsprachigen Raum.
Für den musikalischen Teil sorgten:
• der Kinderchor Perlynky,
• die Chöre Prostir und Okryleni,
die geistliche und traditionelle ukrainische Werke aufführten, die dem Gedenken an die Opfer von Hunger und Repressionen gewidmet waren.
In seiner Ansprache betonte der Vertreter der Botschaft, dass es in den 1930er-Jahren noch keine diplomatischen Beziehungen zwischen der Ukraine und Liechtenstein gegeben habe, das Fürstentum jedoch heute an internationalen Initiativen zur Würdigung der Opfer totalitärer Verbrechen, darunter des Holodomors, teilnimmt.
Ebenso wurde ein historischer Fakt hervorgehoben: Bereits im Jahr 1962 veröffentlichte die Zeitung Liechtensteiner Volksblatt einen Artikel, in dem der Holodomor als Folge der stalinistischen Politik des massenhaften Hungers beschrieben wurde, der Millionen von Menschen das Leben kostete. Dies belegt, dass die Tragödie des ukrainischen Volkes in Liechtenstein lange vor der Unabhängigkeit der Ukraine bekannt war.
Besonders hervorgehoben wurde der Beitrag von Baron Eduard von Falz-Fein, einem gebürtigen Südukrainer und einem der bekanntesten Bürger Liechtensteins, der zeitlebens die ukrainische Kultur und das Naturerbe unterstützte. Seine persönliche Geschichte wurde zu einer symbolischen Brücke zwischen der ukrainischen Steppe und den liechtensteinischen Alpen.
Die Botschaft der Ukraine spricht allen, die zur Organisation und Durchführung der Zeremonie beigetragen haben, ihren aufrichtigen Dank aus:
– der Evangelischen Kirche Liechtensteins,
– den Honorarkonsulaten der Ukraine in der Schweiz und in Liechtenstein,
– Verein SKS Integrationshilfe,
– den Chören Prostir, Okryleni sowie dem Kinderchor Perlynky,
– der gesamten ukrainischen Gemeinschaft des Fürstentums für ihr aktives Engagement bei der Bewahrung des historischen Gedenkens.